Die meisten Pensions- und Hotelwirte verleihen Fahrräder. Auch unser Wirt hat Räder im Angebot; es ist jedoch kein Problem, auch im Ort ebensolche auszuleihen. Man darf nicht die allerhöchsten Ansprüche an das «Material» stellen, wie es eben bei Leihfahrrädern immer ist. Wir wollen ja auch nur einen kleinen Tagesausflug machen. Nach unserem Frühstück auf dem Balkon - Brötchen, Käse, Wurst, Marmelade, Honig, Kaffee, Tee und so weiter gibt es in den Supermärkten - studieren wir die kleine Fahrradkarte in unserem Reiseführer. Dann lassen wir uns die recht einfachen Räder geben, auch ein Fahrradschloss, und biegen zunächst nach unserer Karte auf einen Feld- beziehungsweise Waldweg ein. Dieser fährt sich sehr angenehm, es ist auch sehr wenig los - nur ganz gelegentlich begegnet uns jemand.

Bilder von der Tagesradtour in Tagesradtour Masuren
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Nach einer Weile kommen wir am Hotel «Galinia» vorbei; ein durchaus sehenswertes Areal. Wir sind eigentlich nur "falsch abgebogen" und werden plötzlich von räuberisch aussehenden, altertümlich gekleideten - aber nur halb ernsten - Wegelagerern angehalten, einen Eintritt (5 złoty) zu bezahlen. Erst ist uns nicht ganz klar, wofür der kleine Obolus sein soll. Dann aber besichtigen wir das schön auf mittelalterlich getrimmte Gelände, für dessen Betreten wir offensichtlich gezahlt haben, sehen uns manche Baumschnitzerei an, kommen an einer netten Bar vorbei und erleben sogar noch eine lustige Touristenentführung. Alles ein wenig «touristisch», sicher, aber irgendwie nett. Und der Blick von hier auf den See ist traumhaft!

Bilder von der Tagesradtour in Masuren
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Wir verbringen eine knappe Stunde hier und radeln dann weiter, zum Tierpark «Dzikich Zwierząt». Der Weg dahin ist erst sehr angenehm zu radeln - durch Wald und Flur. Doch dann müssen wir ein kleines Stück an einer engen Straße entlang, die dazu noch stark befahren ist. Doch wer auf diesem halben Kilometer die Nerven behält, wird mit dem Park belohnt. Der Eintrittspreis liegt bei rund 15 złoty, eine Führung gibt es immer dazu. Auf Polnisch, versteht sich. Es ist kein Tierpark im klassischen Sinne, mit engen zooartigen Käfigen; auch kein Naturpark - irgendetwas dazwischen. Es gibt recht weitläufige Gehege und einen besonders für Kinder attraktiven Streichelzoo. Zu sehen gibt es schon einiges, von Wildschweinen über Störche bis zu Wölfen. Wir meinen: Gut, besonders für Familien bestens geeignet.

Wir machen uns auf die Rückfahrt und drehen nun eine größere Schleife über Okna. Dabei verlassen wir uns völlig auf unsere Karte und ein bisschen Intuition; die Krutyna (der Fluss) hilft bei der Orientierung. Am Ende haben unsere Beine gefühlte 100 Kilometer hinter sich; beim Nachvollziehen auf der Karte kommen wir auf realistische 35 Kilometer Gesamtstrecke. Die schlichten Fahrräder und der nicht ganz einfach zu befahrene zum Teil sandige Boden, mancher Hügel und insbesondere die Esslust der vergangenen Tage sorgen für die höhere gefühlte Anstrengung: wir bedauern unsere Kondition. Wir blicken aber auf einen wunderschönen Radeltag in toller Landschaft an sauberer Luft zurück und freuen uns auf unser leckeres Abendessen.
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