Reisebericht Szczecin (Stettin)
Auf unserer Fahrt nach Polen halten wir natürlich in Szczecin an - man hört und liest so viel von dieser aufstrebenden Stadt, die sicher auch von Ihrer günstigen Lage recht dicht an Berlin und gleichzeitig an der Küste profitiert - das muss man sich ansehen. Und zuerst einmal verfahren wir uns ganz kräftig. Das passiert schnell in Szczecin, ist aber kein Grund zur Beunruhigung, auch wenn man kein Navigationsgerät sein eigen nennt. Die Stadt ist mit dem Auto gut zu befahren und man kommt überall wieder hin, auch wenn man einmal vorbeigefahren ist. Das merkt man leider auch beim Rundgang durch die Stadt: Es gibt wenige autofreie Zonen und nur einen kleinen Bereich, den man als Fußgängerzone bezeichnen kann.Die Anreise mit anderen Verkehrsmitteln ist übrigens genau so unkompliziert, ob man den Bus oder die Bahn wählt.
Marktplatz und Greifenschloss
In der Stadt schauen wir uns zunächst den Marktplatz an, der ein wenig «blendet» - er scheint älter, als er ist: Er ist im Krieg weitgehend zerstört worden und wurde später wieder aufgebaut. Und die Postkartenfotos desselben verschweigen auch verschämt die wenig attraktive andere Seite des Platzes, die von sozialistischen Mehrfamilienwohnburgen zugebaut ist. Trotzdem: Es herrscht eine schöne Stimmung, es gibt nette Cafés und gute Restaurants.Klar, dass wir es uns nicht nehmen lassen, auch das Schloss anzusehen.
Auch ein Muss im Szczecin-Programm: Der Hafen. Zwar liegt die Stadt nicht direkt am Meer, sondern an der Oder. Aber das hat schon in der Vergangenheit gereicht, diesen Hafen wichtig zu machen. Zweitweise galt er als der Seehafen für Berlin. Auch heute noch gibt es eine hektische Betriebsamkeit im Hafen: Zahlreiche Kräne ergeben eine Silhouette, die ein wenig an die Bilder erinnern, die man von der Werft in Gdańsk kennt. Eine Art Hafenpromenade hat sich die Stadt ebenfalls gegönnt; diese Anzusehen lohnt sich. Neben den schönen Gebäuden hat man auch einen herrlichen Blick - wenn man gutes Wetter hat.
Hakenterassen von Szczecin
Die sogenannten Hakenterassen (Wały Chrobrego) und die oben liegenden Gebäude (heute Marinemuseum, Muzeum Morskie) sind noch gut erhalten, weil sie bei den Bombenangriffen ein wenig am Rande standen. Sie sind benannt nach Hermann Haken (Bürgermeister 1878 bis 1907) beziehungsweise nach König Boleslaw I. Chrobry (erster polnischer König) und dienten dazu, den Hafen der Stadt imposant und mächtig wirken zu lassen. Hier kann man sich bei schönem Wetter wahlweise gemütlich auf die Treppen setzen oder gediegen in einem Café einen Cappuccin schlürfen.Auffällig und von beinahe überall in der Stadt zu sehen ist der hohe Glasturm des Radisson-Hotels. Wir fühlen uns auch angelockt und finden dort ein großes Shopping-Center. Wer's mag, kann hier shoppen und oben im Hotel Café trinken und Aussicht genießen.
Unser Tipp: Am Königstor (Brama Królewska) gibt es nicht nur einiges zu sehen, sondern echte Entspannung: Mitten zwischen Straßen steht das Tor mit griechischen Mythologie-Figuren geschmückt und darin gibt es ein sehr nettes und ruhiges Café. Und so lassen wir unsere wenigen Stunden in Szczecin auch ausklingen, denn wir wollen ja noch weiter fahren.
Daten, Fakten, Adressen
Tourismusinformation Informacji (Schloss)Ul. Korsarzy 34
70-540 Szczecin
Telefon 091 4891630
Anreise mit dem Auto
Von Berlin fährt man auf der Autobahn rund 130 Kilometer.
Anreise mit dem Flugzeug
Es gibt keinen größeren Flughafen in der Nähe, allerdings den kleinen, etwa 50 Kilometer entfernt liegenden Flughafen Goleniow. Jedoch ist die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut.
Anreise mit dem Bus
Zahlreiche Busse fahren immer wieder in die großen Städte in Polen und Deutschland - von Gdańsk, Warszwawa, Hannover, Hamburg, Berlin und so weiter kommt man gut hier hin. Fernreisebusse sowie Regionalbusse (zu den Orten am Meer) fahren am Busbahnhof am Bahnhof ab - und kommen hier auch an.
Anreise mit der Bahn
Die Bahnverbindungen sind gut; man kommt regelmäßig in die großen Städte. Fußweg: 10 Minuten vom Bahnhof in die Stadt.
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