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Extremtourismus im Steinkohlebergwerk

Eine neue „Trasse der Extreme“ soll im kommenden Jahr 320 Meter unter der Erde im oberschlesischen Besucherbergwerk Kopalnia Guido in Zabrze eröffnen. Die neue Strecke richtet sich an Liebhaber des Nervenkitzels. Über anderthalb Kilometer geht es durch einen roh belassenen Bergwerksschacht, vorbei an einem 100 Meter langen Kohlenflöz mit einem Gefälle von zehn Prozent. Die in 150 Meter Tiefe gelegene Touristentrasse soll künftig der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute, gewidmet sein. Besuchern wird dort eine Ausstellung zu den Mühen der Arbeit unter Tage sowie ihrer engen Verbindung zum Glauben präsentiert. In der Pumpenkammer erwartet Gäste eine Ausstellung zur Bergwerkstechnik. Die benachbarte Kammer soll künftig die Kapelle der Heiligen Barbara beherbergen, in der Gottesdienste und Trauungen unter Tage stattfinden werden. Erneuert wird derzeit das oberirdische Besucherzentrum des ehemaligen Steinkohlenbergwerks. Unter anderem entstehen dort Umkleidekabinen und Duschen für die Besucher der Extrem-Trasse. Das Zentrum selbst wird um ein weiteres Stockwerk sowie eine Wartehalle und einen Parkplatz mit 50 Stellplätzen ergänzt. Erneuert werden auch die Zufahrtwege. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Besucherzentrum soll so für die steigenden Besucherzahlen gerüstet sein. www.kopalniaguido.pl

Oberlandkanal nach Renovierung wieder eröffnet

Fahrten per Schiff kann man überall auf der Welt erleben, Fahrten auf Schienen auch. Aber Schiffe, die auf Schienen fahren, gibt es nur in Polen. Ab 1. Juni 2015 fahren wieder Ausflugsschiffe über den Kanał Ostródzko-Elbląski (Oberlandkanal). Mehr als zwei Jahre lang war er wegen umfangreicherRenovierungsarbeiten geschlossen. Dabei wurden unter anderemdie technischen Systeme im Bereich der fünf geneigten Ebenen sowie die vier Schleusen erneuert. Bei Buczyniec (Buchwalde) entstand zudem ein Museum zur Geschichte des Kanals. Schon morgens früh um acht startet der weiße Ausflugsdampfer im Hafen der westmasurischen Kleinstadt Ostróda (Osterode). Elf Stunden dauert die Fahrt in den rund 80 km entfernten Hafen von Elbląg (Elbing) am Frischen Haff. Mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Kilometern pro Stunde bewegt sich das Schiff durch den schmalen, teilweise von dichtem Schilf gesäumten Kanal und über kleine Rinnenseen. Die Passagiere auf dem Oberdeck können die Natur und die Stille genießen, die nur gelegentlich durch das Geschnatter einer Ente durchbrochen wird. Gut sechs Stunden nach dem Start erwartet die Passagiere einer der Höhepunkte der Reise. Bei Buczyniec fährt das Schiff zum ersten Mal über Land. Es schiebt sich über eine unter Wasser befindliche Plattform, wird an den beiden Seitenwänden vertaut, dann setzt sich wie von unsichtbarer Hand gesteuert ein Räderwerk in Bewegung. Ein dickes Stahlseil zieht die achträdrige Plattform eine Anhöhe herauf und Stück für Stück gelangt das ganz Schiff aus dem Wasser. Ist der Gipfel erreicht, geht es Huckepack auf Schienen den steilen, mit Gras bewachsenen Abhang hinunter. Wer an Bord sein Bier noch nicht ausgetrunken hat, sollte das Glas sicherheitshalber festhalten. Unten gleitet das Gefährt sanft ins Wasser, bis sich das Schiff von der Plattform abhebt. Dann werden die Taue gelöst und der Dampfer setzt seine Fahrt selbstständig fort. Insgesamt fünf geneigte Ebenen gibt es. Sie gleichen auf einer Länge von zehn Kilometern einen Höhenunterschied von fast 100 Metern aus. Mehr als 30 Schleusen wären erforderlich, um den gleichen Effekt zu erzielen. Auf dem Niveau des Meeresspiegels angekommen, geht die Fahrt über den flachen, mit Seerosen bedeckten Jezioro Drużno (Drausensee) nach Elbląg. Am Ufer in Buczyniec können Schaulustige verfolgen, wie der ganze Mechanismus in Bewegung kommt. Über ein Rohr wird Wasser aus dem Kanal auf ein acht Meter großes Wasserrad geleitet, dessen breite Schaufeln je eine Tonne Wasser aufnehmen. Das Wasserrad bewegt ein Endlosseil, das die Plattformen in Fahrt bringt. Ausgedacht hat sich dieses Wunderwerk der Technik der Königsberger Ingenieur Georg Jacob Steenke. Schon 1825 entwarf der königlich preußische Baurat Steenke einen ersten Plan für den Oberlandkanal mit den geneigten Ebenen. Ziel war es, den Westen Masurens mit der Ostsee zu verbinden. Mit den Arbeiten wurde 1848 begonnen, 1860 wurde der Kanal offiziell eröffnet. Neben der 80 km langen Hauptstrecke zwischen Elbing und Osterode entstanden Abzweige nach Iława (Deutsch Eylau) und nach Stare Jabłonki (Alt-Jablonken). Dadurch erweiterte sich das gesamte System der Wasserstraßen auf fast 200 km Länge. Gedacht war der Kanal, um Güter aus dem Landesinneren zur Ostsee zu transportieren. Die Schiffe luden Holz aus den masurischen Wäldern und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Nach dem Ersten Weltkrieg begann man, ihn auch touristisch zu nutzen. Heute verkehren neben Ausflugsdampfern auch viele Hausboote auf dem Kanal und den angeschlossenen Seen. Vor der Schließung waren rund 60.000 Personen jährlich auf dem Kanal unterwegs. Nach der zweijährigen Pause kann sich die Gesellschaft Żegluga Ostródzko-Elbląska vor Anfragen kaum retten. Schon vor dem geplanten Start am 1. Juni hatte sie Anmeldungen für 200 Gruppenfahrten. Individuelle Buchungen sollen in Kürze möglich sein, wenn sicher ist, dass der Start wie geplant erfolgen kann. Die Gesellschaft hat in diesem Jahr zwei neue Schiffe in Betrieb genommen. Insgesamt fünf Ausflugsdampfer mit bis zu 55 Passagieren sollen täglich in beide Richtungen eingesetzt werden. Die Touren dauern von 8 bis 19 Uhr und kosten umgerechnet ca. 30 Euro. Eingeschlossen ist der Rücktransport per Bus. Auf Wunsch kann eine Mahlzeit bestellt werden, die von einem Caterer geliefert wird. Auch Fahrten auf Teilstrecken des Kanals sind möglich. Etwa viereinhalb Stunden dauert die Fahrt von der ersten schiefen Ebene in Buczyniec bis nach Elbląg. Ab 1. Juni soll auch das neue Museum in Buczyniec für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Im Erdgeschoss wird über die Entstehung des Kanals und seinen Erfinder sowie die Sanierungsarbeiten informiert und ein Modell der schiefen Ebene gezeigt. Im Obergeschoss sind Modelle weiterer technischer Lösungen zu sehen. www.zegluga.com.pl

Ryanair fliegt nach Warschau

Ryanair kündigt eine neue Verbindung von ihrem neuen Drehkreuz in Köln-Bonn nach Warszawa (Warschau) an. Die Strecke soll im kommenden Winter aufgenommen werden. Ryanair hat eine Basis auf dem Flughafen Modlin im Norden der polnischen Hauptstadt. Ryanair bedient auch die Strecke von Dortmund nach Kraków (Krakau). www.ryanair.com

Visaerleichterung für Kaliningrad

Strenge Visa-Auflagen haben bislang viele Bus- und Reiseveranstalter davon abgehalten, Gruppenreisen nach Polen mit einem Abstecher nach Kaliningrad (Königsberg), auf die Kurische Nehrung und an die Samlandküste mit ihren hübschen Ostseebädern zu kombinieren. Abhilfe verspricht der polnische Incoming Spezialist Travel Projekt, der seinen Gruppenkunden ab sofort die Möglichkeit bietet, russische Visa zur Einreise in das Kaliningrader Gebiet komplikationsfrei vor Ort zu organisieren. Wie das Unternehmen mitteilt, wurden die Formalitäten in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt deutlich erleichtert. Demnach sind Originaldokumente sowie ausgefüllte Visaanträge zur Einreichung nicht mehr  erforderlich. Die spätestens 14 Tage vor Ankunft bei Travel Projekt zu beantragenden Express-Visa gelten für einen Aufenthaltszeitraum von 72 Stunden und werden direkt an den polnischrussischen Grenzübergängen bzw. am Kaliningrader Flughafen durch einen Mitarbeiter des Ministeriums persönlich ausgehändigt. Weitere Informationen: www.polen-incoming.de

Per Schiff über alle Berge

Der Oberlandkanal verbindet die Städte Elblag (Elbing) und Ostróda (Osterode) und damit den Westen Masurens mit der Ostsee. Der vor mehr als 150 Jahren erbaute Kanal zählt zu den größten Touristenattraktionen Masurens. An fünf Stellen müssen die Schiffe auf Schienen über schiefe Ebenen gezogen werden. Das ausgeklügelte System gleicht einen Höhenunterschied von rund 100 Metern auf der etwa 80 km langen Strecke aus. Zwei Jahre lang war der Kanal wegen umfangreicher Instandsetzungsarbeiten gesperrt, ab Mai 2015 soll der Verkehr mit Ausflugsdampfern und Hausbooten wieder möglich sein. Aussteller aus der Region bringen ein Modell zur ITB in Berlin mit, an dem gezeigt wird, wie sich die Schiffe über Land bewegen können.

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